Haus und Straße
© SKD und Katharina Immekus, Foto: Herbert Boswank

Schaufenster: Zeitgenössische Druckgrafik aus den Förderankäufen des Freistaates Sachsen

Wie kein anderes Bundesland fördert Sachsen bereits seit 1992 über Ankäufe Künstler*innen, die einen engen Bezug zum Freistaat haben. Bisher wurden auf diesem Weg deutlich mehr als 1.000 Werke für den Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden angekauft. Dieser verfügt heute über eine der bedeutendsten öffentlichen Kunstsammlungen zur sächsischen Kunst seit 1945 bis in die Gegenwart.

  • Ausstellungsort im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen, Prag
  • Laufzeit 19.12.2018—01.03.2019

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Unter den mittlerweile mehr als 35.000 Objekten aller Gattungen der bildenden Kunst befinden sich über 20.000 druckgrafische Werke sowie Malerei, Skulptur, weitere Arbeiten auf Papier, Fotografie, Kunstgewerbe, Konzept-, Video- und Installationskunst und Arbeiten im öffentlichen Raum. Es ist die Aufgabe des Kunstfonds, dieses Konvolut zu erschließen, zu erforschen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Haus und Straße
© SKD und Katharina Immekus, Foto: Herbert Boswank
Katharina Immekus, Mudersbach, 2007 Linolschnitt, 70 x 100 cm, Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2009, Kunstfonds

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Unter anderem wird deshalb seit 2011 regelmäßig eine Auswahl der jeweils aktuellen Neuerwerbungen in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund in Berlin vorgestellt. Dieses Mal findet im Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Prag eine Präsentation statt, die sich thematisch auf Werke einer Technik, der Druckgrafik, konzentriert. Gezeigt werden Blätter, die zwischen 2000 und 2015 entstanden sind und in denen Künstler*innen die traditionellen Techniken auf ihr zeitgenössisches Potential hin befragen.

© SKD, VG-Bildkunst, Foto: Herr Boswank
Tanja Pohl, Gestürzt, 2010 Tiefdruckkombination, 96,2 x 90,8 cm, Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2011

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So hat die Druckgrafik in Sachsen eine reiche Tradition bis in die unmittelbare Gegenwart. Trotz der Vorherrschaft der Malerei hat sie hier in den letzten zwei Jahrzehnten einen neuen Boom erlebt. Wesentliche Faktoren für die anhaltend hohe Qualität der hiesigen Produktion sind die hervorragenden Ausbildungsstätten wie die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, die Hochschule für Bildende Künste in Dresden und vielen weiteren lokalen Akteure in der Region. Dieses breite Schaffen spiegelt sich auch in den Förderankäufen der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, deren Beirat für Bildende Kunst bei den jährlich ausgesprochenen Ankaufsempfehlungen regelmäßig auch zeitgenössische druckgrafische Werke berücksichtigt. Dass es in der Tschechischen Republik gleichfalls eine qualitativ hochwertige und rege zeitgenössische Grafikproduktion gibt, macht dieses Ausstellungsthema besonders interessant.

© SKD & Künstler, Foto: Herr Boswank
Tim von Veh, Porträt C.R, 2008 Collage aus Radierungen auf Karton, 70 x 50 cm, Förderankauf der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen 2010, Kunstfonds

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Folgende Künstler*innen sind in der Ausstellung vertreten: Benjamin Badock, Christine Ebersbach, Franziska Güttler, Kerstin Franke-Gneuß, Eberhard Havekost, Katharina Immekus, Andreas Kempe, Christian Philipp Müller, Frank Lippold, Tanja Pohl, Neo Rauch, David Schnell, Matthias Schroller, Jens Schubert, Matthias Weischer, Tim von Veh und Suse Weber.

Die Ausstellung ist Teil des intensiven Austausches zwischen Dresden und Prag. Sie läuft parallel zur Ausstellung „Možnosti Dialogu – Möglichkeiten des Dialogs – Dimensions of Dialogue“ im Palais Salm, die von der Nationalgalerie Prag, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Sammlung Hoffmann Berlin organisiert wird.

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